Pieter Nota

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E-Mobility
06/13/2020

BMW kündigt Plug-in-Hybride mit 100 Kilometer E-Reichweite an

BMW-Vorstandsmitglied Pieter Nota über die Vorteile von PHEV, wie viel er mit seinem 745 Le verbraucht ein neues Loyalitätsprogramm für BMW-Fahrer.

Pieter Nota ist Mitglied des Vorstands der BMW AG für den Bereich Kunden, Marken und Vertrieb. In einem internen Interview sagt er z.B. über....

die Zukunft der Plug-in-Hybride bei BMW: "Allein in der EU gibt es Millionen von Menschen, deren Mobilitätsverhalten ideal auf ein Hybrid-Fahrzeug passt. Wir bauen daher unser Angebot an Plug-in-Hybriden konsequent weiter aus. Der neue BMW 5er, den wir gerade gelauncht haben, wird beispielsweise erstmals fünf verschiedene Hybrid-Varianten im Angebot haben. Außerdem entwickeln wir den Antrieb natürlich weiter und werden künftig segmentabhängig bis zu 100 Kilometer elektrischer Reichweite anbieten. Bis Ende dieses Jahres werden wir insgesamt schon 12 Hybrid-Grund-Modelle verfügbar haben, einschließlich des neuen MINI Countryman und des BMW X2. Damit sind wir übrigens bezüglich der Breite des Modellprogramms schon heute führend sowohl in Deutschland und in der EU, aber auch weltweit. Lassen Sie mich an dieser Stelle aber auch einen Blick auf unser gesamtes Angebot an elektrifizierten Fahrzeugen werfen. Bis 2023 wollen wir insgesamt 25 elektrifizierte Modelle auf der Straße haben. Mehr als die Hälfte davon wird komplett vollelektrisch sein. Insgesamt gehen wir davon aus, dass elektrifizierte Fahrzeuge bereits vor 2025 zwischen 15 und 25% unseres globalen Absatzes ausmachen werden. In Europa werden es bis 2021 wohl bereits ein Viertel, bis 2025 ein Drittel und bis 2030 die Hälfte sein. Damit sind wir übrigens auch auf Kurs, die CO2 Zielwerte der EU zu erreichen. Für uns ist das Thema Klimaschutz von zentraler Bedeutung und damit auch die Einhaltung unserer Zusagen gegenüber der Politik."

jene Kunden, für die ein PHEV Sinn macht: "Ein Plug-in-Hybrid kombiniert das Beste aus zwei Welten. Einerseits ist man im elektrischen Fahrmodus in der Stadt komplett emissionsfrei und sehr leise unterwegs. Andererseits spielt der Verbrennungsmotor sein volles Potential auf der Langstrecke aus. Zusammen bieten die beiden Motoren also einen optimalen Mix aus Effizienz, Dynamik und Komfort. Ein Hybrid-Fahrzeug ist damit vor allem für die Kunden sinnvoll, die sowohl rein elektrisch z.B. zur Arbeit pendeln, als auch gelegentlich lange Strecken zurücklegen und die dabei vielleicht nur ein Fahrzeug im Haushalt haben. Vorausgesetzt, sie laden regelmäßig zu Hause oder bei der Arbeit, kommen sie dabei auch noch günstiger weg als mit einem konventionellen Antrieb."

die Kritik, dass Hybridautos nicht so sauber sind wie ein vergleichbarer Verbrenner: "Das ist so nicht richtig. Generell ist der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch, den man mit einem Plug-in-Hybrid Fahrzeug erzielen kann, auch in der Praxis deutlich geringer als bei vergleichbaren konventionellen Antrieben. Wenn der Elektroantrieb aber kaum zum Einsatz kommt, geht dieser Effizienzvorteil gegenüber dem Verbrenner verloren. Ein Hybrid macht deshalb vor allem dann Sinn, wenn er regelmäßig geladen und im elektrischen Modus gefahren wird. Die Verbrauchseffizienz dieser Fahrzeuge hängt also maßgeblich vom Fahr- bzw. Nutzungsverhalten unserer Kunden ab. Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass ich mit meinem BMW 745 Le mit durchschnittlich rund zwei Litern einen wirklich niedrigen Verbrauch erreiche. Ich fahre im Pendelverkehr bis zu 70% rein elektrisch und kann das Fahrzeug im Büro bequem wieder aufladen."

den Vorwurf, dass Kunden den Hybrid eher aus steuerlichen Gründen kaufen: "Das kann ich so nicht stehen lassen. Viele Kunden kaufen heute zum ersten Mal ein elektrifiziertes Fahrzeug. Sie müssen diese Technologie und ihre Vorteile im wahrsten Sinne des Wortes erst einmal erfahren. Erst dann wissen sie, wie viel elektrische Reichweite sie tatsächlich benötigen oder wie oft bzw. wo sie am besten laden. Ich habe mit vielen Kunden gesprochen, die absolut überzeugt vom Hybrid sind, gerade weil er optimal für ihre ganz unterschiedlichen Mobilitätsanforderungen ausgelegt ist."

ein kommendes Loyalitätsprogramm bei BMW:  "Wir setzen bald mit einem neuartigen Loyalitätsprogramm auf den sportlichen Ehrgeiz der Fahrer von BMW Hybrid-Fahrzeugen. Sie erhalten über ein Punktesystem für jeden elektrisch zurückgelegten Kilometer und auch für das Laden der Hochvoltbatterie Punkte, die sie dann in Prämien eintauschen können."

den Aufbau der Ladeinfrastruktur: "Wir glauben, dass der Ausbau der Ladeinfrastruktur für die Kundenakzeptanz und das Hochfahren der Elektromobilität eine wesentliche Rolle spielt. Mit unserem 360 Grad Ansatz, den wir schon seit 2013 verfolgen, wollen wir daher für unsere Kunden die besten Lademöglichkeiten sowohl zu Hause, am Arbeitsplatz, aber auch in der Öffentlichkeit schaffen. Daran arbeiten wir weiterhin gemeinsam mit unseren Partnern in einer Vielzahl von Projekten. Natürlich sind wir auch politisch aktiv und unterstützen Initiativen zur Ausweitung der öffentlichen Ladestruktur. Hier sind wir vor allem im Dialog mit Städten, die auf die E-Mobilität setzen, um ihre Stadt durch bessere Luft und weniger Verkehrslärm lebenswerter zu gestalten. Über das Laden hinaus glauben wir, dass auch geeignete regulatorische Anreizsysteme, wie beispielsweise eZones oder Ladetarife das elektrifizierte Fahren attraktiver machen. Wir erwarten, dass sich die elektrischen Fahranteile mit dem Ausbau der Förderung der elektrischen Fahrzeugnutzung weiter erhöhen werden. In der Konsequenz wird sich das elektrifizierte Fahren stärker durchsetzen."