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Fahrbericht
04/29/2014

Honda CB650F: Ein Streetfighter ohne Allüren

Einsteigen oder aufsteigen – warum nicht gleich auf einen Vierzylinder?

von Peter Schönlaub

Vierzylinder haben bei Honda eine ganz besondere Tradition – schließlich war es ja die Marke mit den Flügeln, die seinerzeit den ersten Reihen-Vierzylinder in einem Straßenmotorrad präsentierte.

Die damals genannten Vorzüge gelten auch heute noch: seidige Laufkultur, geringe Lastwechselreaktionen, geschmeidige Leistungsentfaltung. All diese Punkte sind nebenbei gute Argumente für Ein- oder Aufsteiger. Warum soll man sich das Leben schwerer machen?

Sportliches Design

Ganz entschieden leichter wird es mit der neuen CB650F. Das neue Modell kombiniert den sportlichen, fast schon aggressiven Look eines Streetfighters mit der Freundlichkeit eines Fahrschulmotorrads. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Mit 87 PS kommt große Fahrfreude und eine üppige Portion Dynamik auf. Gemeint ist damit eher die Einfachheit in der Bedienung und im täglichen Umgang: Mit diesem Bike werden auch Anfänger keine Probleme haben; dafür jede Menge Spaß.

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Den Status eines eher günstig positionierten Einsteigermodells – zumal in die Welt der Vierzylinder – sieht man der Honda CB650F erst nach genauer Investigation an. Dass der Brückenrahmen aus Stahl gefertigt wird oder der Motor – als erster Vierzylinder von Honda – in Thailand produziert wird, kann einem schließlich herzlich egal sein. Stattdessen erfreut sich das Auge an einem martialisch breiten 180er Hinterreifen auf filigranen Felgen oder an der hochwertigen Alu-Schwinge, die in diesem Segment eher eine Ausnahme darstellt.

Auch die Verarbeitung und Ausstattung sind vom Verdacht der Knausrigkeit befreit: Die sichtbaren Schweißnähte sind blitzsauber gesetzt, der Bremshebel ist sechsfach verstellbar und das Antiblockiersystem im Preis von 7890 Euro bereits enthalten. Nicht einmal für die peppige Tricolore-Lackierung mit goldenen Felgen verlangt Honda einen Aufpreis. Alternativ ist das Bike übrigens in Gelb, Grau oder Mattschwarz zu haben, jeweils mit dunklen Felgen.

Leichtigkeit

Die gute Ergonomie arbeitet Hand in Hand mit einem Fahrwerk, das sich völlig neutral gibt und augenscheinlich auf leichte Beherrschbarkeit sowie Agilität getrimmt wurde. Beim Einlenken ist die CB650F regelrecht quirlig, ohne bei höheren Geschwindigkeiten instabil zu werden. Auch die Bremsen entsprechen in ihrer Auslegung dem Einsatzzweck: Ohne Giftigkeit bieten sie ansprechende Verzögerungswerte. Die Dosierbarkeit ist punktgenau.

Vorteil Vierzylinder

Der völlig neu konstruierte Motor selbst setzt ganz auf die eingangs erwähnten Meriten eines Vierzylinders, wurde aber auf möglichst viel Drehmoment im unteren und mittleren Drehzahlbereich abgestimmt. Dort nimmt er das Gas sauber an und dreht gleichmäßig hoch. Legt man es darauf an, könnte man den sechsten Gang in der Stadt verwenden und am Ortsausgang den Gasgriff voll aufdrehen – selbst das wird ohne Ruckelei toleriert.

Wer’s eiliger hat, wird sich aber doch eher im hohen Drehzahlbereich aufhalten. Im sportlich genommenen Winkelwerk muss man sogar recht fleißig schalten und eine eher hochfrequente Geräuschkulisse goutieren – denn auch das ist typisch Vierzylinder.

Die neue Honda wird als eine der späteren Neuheiten dieser Saison Anfang Juni in Österreich erwartet. Zeitgleich kommt dann auch ein noch sportlicherer Bruder: die CBR650F mit Vollverkleidung.

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