Tests
23.04.2018

Peugeot 308 Automatik im Test: Auf Krawall gebürstet

Wider Erwarten lässt es sich auch mit drei Zylindern gut leben.

Der fesche französische Golf-Konkurrent hat erst jüngst eine optische Behübschung erfahren und ist jetzt noch fescher.

Geblieben sind ihm zwei Eigenheiten: Die über dem Lenkradkranz liegenden Armaturen (und das dadurch bedingt kleine Lenkrad) muss man mögen, sonst wird’s nix. Und kein Massenhersteller hat das Knopferl- und Schaltervernichten samt ersatzweisem Anräumen des Zentralbildschirms mit –zig Funktionen so auf die Spitze getrieben wie Peugeot.

Im Testwagen, der in der feinen GT Line-Ausstattung prunkte, interessierte indes vor allem der Antrieb. Wandlerautomatik und ein läppischer 1,2-l-Dreizylinderbenziner, kann das gutgehen? Zunächst vom Vortrieb her: Ja, absolut. Die 9,8 sec., die für Tempo 100 im Prospekt stehen, scheinen unstimmig, der Wagen wirkt viel spritziger, der Motor drehfreudig. Und die Automatik ist äußerst klug programmiert.

Nun hat aber ein Dreizylinder eine mehr als nervige bauartbedingte Eigenschaft, und die ist vibrationstechnischer sowie akustischer Natur. Das Ding klingt unter höherer Teil- und erst recht Volllast überanstrengt. Das ist, wenn auch recht dezent im 308 der Fall.

Klang-Trick

Im Grunddrehzahlbereich und etwas darüber helfen sich die Franzosen aber mit einem schlauen Trick: Der Klang aus dem Auspuff ist so modelliert, dass er richtig kernig, sportlich, ja sogar ein bisschen rotzig wirkt. Das lässt sich durch Aktivieren der Sport-Taste, bei dem sich neben zahlreichen Fahrparametern auch die Armaturenfarbe pubertär Richtung Rot verändert, noch verstärken. Und das verdeckt wirkungsvoll den typischen Dreizylinderklang.

Der 308 ist also auf Krawall gebürstet, diesfalls eindeutig als Kompliment.

Eine andere Eigenheit, die bei allen aufgeladenen Dreizylindern zu registrieren ist, kann jedoch auch Peugeot nicht besiegen. Drehzahl+Turbo brauchen Sprit, der Testverbrauch erreichte mit exakt 8,0 l/100 km einen zwar sehr akzeptablen Wert, lag aber weit weg vom Normverbrauch (4,9 l). Das ist auch bei Mitbewerbern so.

Und sonst? Sehr gutes Fahrwerk, gediegener Innenraum, in dem allerdings vor allem hinten der Platz etwas beschränkt wirkt, makellose Verarbeitung, schöne 18-Zoll-Felgen sowie gediegene Ausstattung. Und der Preis ist im Vergleich durchaus konkurrenzfähig.