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Tests
03/26/2021

Porsche Taycan als RWD im ersten Test

Porsche bringt sein E-Auto Taycan mit Heckantrieb auf den Markt

von Sandra Baierl

Dass Porsche Sportwagen bauen kann, Rennwagen und solche, die Rekorde brechen, hat das Unternehmen in seiner 90-jährigen Geschichte oft bewiesen. Dass Porsche auch Elektromobilität kann, hier neue Standards setzt, zeigt der Taycan. Seit Ende 2019 auf dem Markt, gibt es ihn ab jetzt auch mit Hinterradantrieb.

Die neue Variante hat nur noch einen Motor, 380 PS wirken also auf die Hinterachse. Mit der sogenannten Launch Control setzt man 476 PS frei: Dafür hält man Bremse und Gaspedal gleichzeitig gedrückt, löst die Bremse und der Taycan (bedeutet übrigens „Seele eines lebhaften, jungen Pferdes“) sprintet los. Man spürt das volle Potenzial der Elektromobilität, inklusive Kribbeln in der Magengrube. Keine Schaltverzögerungen, stufenlose Beschleunigung auf 100 oder theoretisch auch auf über 200 km/h. Ein irres Gefühl.

Porsche-Qualitäten

Porsche hat in sein Elektroauto alles gepackt, was seine Autos berühmt gemacht hat. Das Sportfahrwerk, die Bremsanlage, eine perfekte Lenkung und damit tolle Straßenlage. Man fährt wie auf Schienen, auch mit dem Heckantriebler, auch bei Schnee und nasser Fahrbahn. Das Auto ist harmonisch abgestimmt, hat hohe Fahrstabilität, äußerst präzise Traktion. Großes Lob verdient die Geräuschdämmung, die kaum Windgeräusche zulässt. In den Sportsitzen sitzt man rutschfest und komfortabel, die Luftfederung schluckt Unebenheiten gelassen.

Sehr schön finden wir das moderne Cockpit. Es gibt keine Tasten mehr, dafür aber vorne vier Bildschirme und hinten einen. Das virtuelle Fahrerdisplay ist elegant konkav. Auf Porsche Art: die analoge Uhr, in der sich der Sekundenzeiger jede Minute einmal rundherum dreht. Damit stoppt man, dass der Taycan von 0 auf 100 in etwas mehr als fünf Sekunden sprintet.

Platz gibt es reichlich im Elektroporsche. Der wuchtige 4-Türer schafft erstaunlich viel Raum in der vorderen und hinteren Sitzreihe, speziell hinten ist man überrascht über so viel Beinfreiheit (nur nebenbei: sogar ein Kindersitz ist möglich, und netterweise hat Porsche eine Öse für den Kindersitz-Haken verdeckt auf der „Hutablage“ eingebaut – große Freude!).

Die Batterie mit 93 kWh (die kleine Version hat 79 kWh) schafft laut Hersteller 484 Kilometer. Realistisch waren das in unserem Praxistest und bei kalten Temperaturen etwa 100 Kilometer weniger, aber damit ist das Reichweiten-Thema jetzt wirklich vom Tisch. Laden kann man den Taycan über zwei Buchsen, die sich automatisch auf Tastendruck öffnen: eine für Normalstrom, eine für Hochleistung-Lader.

Um ein Minus zu finden, muss mein beim Taycan aktiv suchen. Wir fanden die Software manchmal etwas langsam, das Navi lud nur zögerlich. Ein Minus liegt in den Preisen für Extras. Das einmotorige Basismodell mit weniger Leistung aber höherer Reichweite startet bei rund 83.000 Euro. Jedoch machen die Extras den Unterschied: Damit das Auto so dasteht, wie auf dem Bild (bessere Batterie, größere Räder, etc.) sind 60.000 Euro zusätzlich notwendig, also total knapp 140.000 Euro.

Antrieb

Elektromotor an der Hinterachse, Hinterradantrieb, Zweigang-Getriebe; Leistung: 280 kW/380 PS; Overboost-Leistung bei Launch Control: 350 kW/476 PS, maximales Drehmoment 357 Nm; Performance-Batterie Plus 93,4 kWh

Fahrleistungen

0 - 100 km/h in 5,4 Sekunden, Spitze 230 km/h; Reichweite: 407 - 484 km

Abmessungen

Länge x Breite x Höhe 4963 x 1966 x 1394 mm, Radstand 2900 mm; Gewicht: 2130 kg/zul. Gesamtgewicht: 2795 kg; Kofferraumvolumen: 407 Liter hinten + 84 Liter vorne

Verbrauch

21,5 - 25,4 kWh/100 km

Preis

ab € 86.868 ,-

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